Denken als Hobby

Oktober 28, 2009

Myths of Innovation

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Scott Berkun möchte die Mythen, die Innovation umgeben ziegen und erklären, warum sie so populär sind und aufzeigen wie wir aus der Wahrheit lernen (es besser zu machen).

Dieses Buch wurde für die Leser geschrieben, die sich dafür interessieren, wie wir da angelangt sind, wo wir uns heute befinden, warum Sachen so sind wie sie sind und was sie heute tun können, um selbst innovativ zu arbeiten.

[berk2007] – Seite xii
— Übersetzt

Ich möchte in diesem Artikel dieses Buch zusammenfassen und diskutieren.
 
 
 


1. Zusammenfassung

Das Buch beschreibt in 10 einzelne Kapitel 10 verschiedene Mythen:

  1. Mythos: Eingebung
  2. Mythos: Wir kennen die Geschichte der Innovation
  3. Mythos: Es gibt ein Kochbuch für Innovation
  4. Mythos: Menschen mögen neue Ideen
  5. Mythos: Innovation wird von einsamen Erfindern gemacht
  6. Mythos: Gute Ideen sind schwer zu finden
  7. Mythos: Dein Vorgesetzter weiß mehr über Innovation als du
  8. Mythos: Die besten Ideen gewinnen
  9. Mythos: Innovation ist die Folge der Suche nach Problemen und Lösungen
  10. Mythos: Innovation ist immer gut

Innovation ist eine Folge von “Eingebung”

Es ist belegt, dass nie ein Apfel auf Newtons Kopf gefallen ist. Innovation ist die Folge harter Arbeit. Sollte eine Eingebung kommen, dann nur als Bonus auf diese harte Arbeit. Erfolgreiche Unternehmer suchen nicht nach der großen Idee, sondern vollziehen Innovation in kleinen Schritten. Man muss einzelne Teile und Muster erkennen und dann die Puzzlestücke zusammenführen.

Wir kennen die Geschichte der Innovation

Im Allgemeinen ist diese Aussage nicht zutreffend. Unsere Wahrnehmung wird getrübt, da nur die Erfolge die Zeit überdauern. Innovation ist aber in der Wirklichkeit die Folge vieler Versuche und Misserfolge.

Weiterhin ist es falsch anzunehmen, dass dominante Strategien oder Produkte die Geschichte bestimmen. Das Auftreten eines dominanten Designs ist nicht zwangsweise vorbestimmt, sondern das Ergebnis von Entscheidungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt, auf Basis von Markt und technischen Gegebenheiten, getroffen wurden.

Es gibt ein Kochbuch für Innovation

Dies stimmt nicht!

Wie beginnt Innovation?

Durch harte gezielte Forschung in eine bestimmte Richtung (Photokopierer bei Xerox). Durch harte Arbeit an einer Sache und einem plötzlichen Richtungswechsel; also der Zufallsfund, während an einer vollkommen anderen Sache gearbeitet wurde (Post-It bei 3M).

Neugierde kann auch ein Antrieb sein (Linux).

Häufig ist der der Wunsch nach Reichtum ein Antrieb; oder weil eine Notwendigkeit besteht, eine Lösung zu einem Problem zu finden.

Natürlich kann der Antrieb auch eine Mischung aus allem genannten sein.

Welchen Rat kann man aus diesem Mythos mitnehmen?

Kenne Deine und die Stärken Deines Teams. Arbeite konzentriert und Zielgerichtet in kleinen Schritten. Versuche nicht alles auf einmal zu erreichen. Freue Dich, wenn du Glück gehabt hast und respektiere die Vorleistungen anderer.

Menschen mögen neue Ideen

Das tun sie nicht! Wir mögen Neues eigentlich erst dann, wenn andere sie vorher ausprobiert haben. Unsere “Angst” ist größer, je größer die Veränderung ist, um die Innovation anzuwenden.

In der Regel werden wir eher mit Argumenten konfrontiert, warum eine neue Idee nicht funktionieren kann:

  1. Funktioniert niemals
  2. Braucht niemand
  3. Funktioniert nur in Theorie
  4. Menschen werden es nicht verstehen
  5. Da ist kein Problem
  6. Da ist ein Problem, aber es interessiert niemand
  7. Hier ist ein Problem, es interessiert die Menschen, aber es ist bereits gelöst
  8. Dies ist eine Lösung für die das Problem erst erfunden werden muss

Gründe für die Ablehnung einer Innovation können sein:

  1. Ego / Neid
  2. Stolz und (Firmen)Politik
  3. Angst (vor Veränderung)
  4. Genug andere Prioritäten
  5. Faulheit (der Entscheider befindet sich in einer sicheren Position und hat kein Interesse sich zu bewegen)
  6. Sicherheit (der Entscheider glaubt er könne etwas verlieren, dass er besitzt)
  7. Gier (der Entscheider glaubt er könnte mehr Geld machen, wenn dieser Vorschlag abgelehnt wird)
  8. Verletzung von (persönlichen) Prinzipien (des Entscheider)

Möchte man also neue Ideen erfolgreich einbringen, sollten einige Punkte beachtet werden:

  1. Achte auf den relativen Vorteil: Es ist wichtig, wie der Kunde das Neue empfindet. Es ist irrelevant, was für Vorteile der Erfinder sieht.
  2. Stelle sicher, dass der Wechsel (zum Neuen) einfach ist.
  3. Biete nicht zu viel Komplexität auf einmal. Weniger ist besser.
  4. Versuche das neue Produkt testbar zu machen. Der Kunde muss glauben keine Einbahnstraße zu begehen, wenn er oder sie das Neue ausprobiert (testet).
  5. Stelle sicher, dass es einfach ist die Veränderung / Neuerung zu sehen.

Innovation wird von einsamen Erfindern gemacht

Wir kennen die Erfolge einzelner Erfinder, weil gute Geschichten dahinter standen. Es ist bequemer und vor allem interessanter über den einzelnen Helden zu berichten, als über eine ganze Kette von Menschen, die letztendlich zu der Sache beigetragen haben.

Normalerweise tauchen Erfindungen zum gleichen Zeitpunkt in verschiedenen Variationen auf. Das liegt daran, dass Erfinder sich in einer Gemeinschaft befinden, wo ein Gedankenaustausch stattfindet.

Weise Innovatoren bilden Partnerschaften in denen sie kollaborieren können. Sie studieren sehr genau die Arbeiten und Erfolge und Misserfolge der Vergangenheit.

Gute Ideen sind schwer zu finden

Der Glaube, Kreativität sei eine Gabe bestimmter Menschen ist falsch. Wir können und sind unser ganzes Leben lang kreativ. Es ist eine Frage unserer Einstellung und Erfahrung, ob und wie wir kreativ sind.

Um neue Ideen zu entwickeln oder zu finden müssen wir neue Perspektiven wagen.

Wie findet man neue Ideen?

  1. Habe viele Ideen
  2. Spiele mit vielen Ideen
  3. Schränke Dich nicht von Anfang an ein
  4. Lass dich nicht von Ideenkiller abhalten (siehe Menschen mögen neue Ideen)
  5. Erkunde Bereiche in den Du kein Experte bist

Dein Vorgesetzter weiß mehr über Innovation als Du

Sicher nicht, denn Management beruht nicht auf ständige Veränderung oder Erneuerung. Die Geschichte des Managements beruht auf Fabriken, Bahnanlagen und Banken. Sie wurde geboren aus der Notwendigkeit zu optimieren und zu kontrollieren. Für Manager ist es natürlich, das zu verteidigen dass man kennt und beherrscht.

Die besten Ideen gewinnen

Schön wäre es; aber warum eine Idee gewinnt, hängt von ganz anderen Faktoren ab:

  1. Kultur: Bsp: Japan: Das Schwert überlebte sehr lange nachdem Feuerwaffen eingeführt waren.
  2. Dominantes Design: Oft wird das behalten, was vorher da war. Bsp. Layout der Tastatur: Sie wurde entwickelt für die mechanischen Schreibmaschinen. Heute sind viel bessere Anordnungen bekannt; setzen sich aber nicht durch.
  3. Politische Interessen verhindern einen Erfolg,
  4. (dito bei) ökonomische Interessen.
  5. Gut ist subjektiv: Bsp.: Beta: Das bessere Bild konnte nur eine Stunde gebannt werden. Bei VHS war das Bild schlechter, aber man konnte drei Stunden speichern.
  6. Kurzfristige Interessen sind häufig stärker, als der Blick in die Zukunft.

Innovation ist die Folge der Suche nach Problemen und Lösungen

Das wäre schön, aber nicht immer sind Probleme vorher bekannt. Tatsache ist, dass die Suche nach Problemen eigentlich genauso viel Zeit und Aufwand benötigt, wie benötigt wird, um die Lösung zu finden.

Ab und an werden Probleme auch durch Zufall gefunden. Hierbei hat sich aber immer herausgestellt, dass es an dem Beobachter lag, der so viel Feingefühl hatte ein Problem zu erkennen. → Es kommt darauf an, was ein einzelner aus einer Gelegenheit macht.

Innovation ist immer gut

Innovation diskriminiert nicht. Es sind die Menschen, die mit der neuen Technologie etwas anstellen. Menschen können und werden Erfindungen missbrauchen.

Die Fragen, die man sich bei einer Innovation stellen muss sind:

  1. Welche Problemlösung wird gelöst und wessen Probleme sind sie?
  2. Welche Probleme werden erzeugt und wessen Problem wird es?

2. Diskussion

Das Buch hat (ohne Anhang, Bibliographie und Index) 147 Seiten und liest sich flüssig und schnell. Aus meiner Sicht hat er es aber nicht geschafft, zu erklären “wo wir sind”. Die einzelnen Geschichten sind ganz nett zu lesen; aber wirkliche Einsichten bekommt man nicht. In einer Sache muss ich ihm sogar widersprechen: Ich glaube sehr wohl, dass es ein Kochbuch für Innovation gibt; zumindest, wenn man Kochbuch mit Methodik gleichsetzt.

Aus dem Buch kann man als einzelne Person mitnehmen, dass Innovation überall und auch im kleinen möglich ist. Man muss nur die Augen aufhalten.


3. Literatur

  • [berk2007] Scott Berkun. The myths of innovation. O’Reilly. ISBN 978-0-596-52705-1.

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